Teghaza 001: Einblick in die alte Marskruste
Der in Mali gefundene Meteorit enthält mindestens 4,1 Milliarden Jahre alte Minerale. Neue Analysen verbinden Krustenbildung und Veränderung durch Wasser.
RockGeo-Redaktion · Veröffentlicht am
Datum des Ereignisses: 29.10.2026 · Datum der Quelle: 29.10.2026
Quellen abgerufen am 01.11.2026, 15:03 GMT

NASA/JPL-Caltech · JPL Image Use Policy — use with credit
Eine von Yang Liu am Jet Propulsion Laboratory (JPL) geleitete Studie charakterisiert ein seltenes Fragment der alten Marskruste: den Meteoriten Teghaza 001. Die am 29. Oktober 2026 von NASA/JPL vorgestellte und in Science veröffentlichte Forschung untersucht ein etwa 800 g schweres Gestein, das 2022 in der Sahara in Mali gefunden wurde. Die Ergebnisse weisen auf ein Alter von mindestens 4,1 Milliarden Jahren hin.
Forschende der University of New Mexico identifizierten die Marsherkunft durch den Vergleich von Sauerstoffisotopen mit anderen Marsmeteoriten. Die Mischung magmatischer Minerale dokumentiert abkühlendes Magma und spätere Wechselwirkungen mit unterirdischem Wasser. Die Mineralogie passt auch zu Orbitalbeobachtungen des südlichen Hochlands, bestimmt jedoch keinen genauen Herkunftsort.
Laut UCLA führte ihr SIMS-Ionenmikrosondenlabor die Uran-Blei-Datierung durch, die das Alter des Meteoriten bestimmte. Die Mitteilung hebt eine gegenüber früheren Marsproben abweichende Mineralogie und Geochemie hervor. Damit erweitert sich das Material zur Erforschung der frühen Planetengeschichte; eine separate Arbeit in Science Advances behandelt in dem Gestein erhaltene Bestandteile der alten Hydrosphäre.
JPL beschreibt außerdem die vom Team um François Tissot am Caltech entwickelte In-situ-Rubidium-Strontium-Datierung. Sie analysiert einzelne Körner in einem kleineren Schnitt als einem Fingernagel und bewahrt Material für spätere Studien. Laut Mitteilung erfolgte die Wasserveränderung vor etwa 4,1 Milliarden Jahren, was eine frühere Bildung nahelegt: Bildungs- und Alterationsalter stehen für unterschiedliche geologische Etappen.
Die offizielle Auflichtaufnahme zeigt einen Schnitt, der vor weiteren Analysen zur Mineralsuche dient. Sie zeigt nicht die Marsoberfläche. Die NASA-Dokumentation unterscheidet magmatische Minerale, durch Schock veränderten Plagioklas und auf der Erde entstandene feinkörnige Karbonat-, Sulfat- und Tonalteration. Daher darf nicht jede sichtbare Veränderung Marswasser zugeschrieben werden. Der Maßstab von 1 mm und das vollständige Bild wurden zur Wahrung dieses Kontexts erhalten.