Der Krater, der wie eine Spinne aussieht: Landsat zeigt Spider in Australien
Die NASA stellte am 13. Oktober ein am 20. September 2026 aufgenommenes Bild von Spider vor. Durch Schock deformierte Gesteine erklären die alte Einschlagstruktur.
RockGeo-Redaktion · Veröffentlicht am
Datum des Ereignisses: 13.10.2026 · Datum der Quelle: 13.10.2026
Quellen abgerufen am 13.10.2026, 15:01 GMT

NASA Earth Observatory / Michala Garrison; Landsat data: USGS · NASA editorial use permitted under Media Usage Guidelines
Das NASA Earth Observatory veröffentlichte am 13. Oktober 2026 ein Bild der Spider-Struktur in der Kimberley-Region Westaustraliens. Lindsey Doermanns Bericht beschreibt eine durch Einschlag und Erosion geprägte Landschaft. Es handelt sich weder um einen jüngsten Meteoritenfall noch um eine heutige Entdeckung.
Das Bild wurde am 20. September 2026 mit OLI auf Landsat 9, einer NASA–USGS-Mission, aufgenommen. Die gesamte Struktur misst ungefähr 13 mal 11 km; der spinnenartige zentrale Teil ist etwa 4 km breit. Die hellen Rücken bestehen aus Sandstein, der die Erosion anderer Schichten überstanden hat.
Eine Geländeuntersuchung von 2007, die Thomas Kenkmann und Michael Poelchau 2013 vorstellten, untersuchte die zentrale Aufwölbung. Die Autoren beschrieben zwei imbrizierte Überschiebungssysteme um den Kern sowie Strahlenkegel, sogenannte Shatter Cones. Diese Beobachtungen verbinden das aus dem All sichtbare Muster mit der Gesteinsdeformation.
In einer 2021 veröffentlichten Studie analysierten Morgan A. Cox und Kollegen 453 Zirkonkörner aus 12 Proben. Lichtmikroskopie und Elektronenrückstreubeugung, kurz EBSD, ermöglichten die Untersuchung von Schockmerkmalen in Zirkon und Quarz. Neunzehn Zirkonkörner enthielten Deformationszwillinge in der kristallografischen Orientierung {112}.
Diese Merkmale waren im Zirkon asymmetrisch um das Strukturzentrum verteilt und stützen die Interpretation eines schrägen Einschlags. Die höchste beobachtete Schockintensität fiel nicht mit dem geografischen Zentrum zusammen. Für die Kartierung anderer Krater zeigt dies, dass Probenpositionen ebenso wichtig sind wie die allgemeine Geländeform.
Das Einschlagsalter ist weiterhin schlecht eingegrenzt: Die Studie von 2021 ordnet die Entstehung anhand der regionalen Geologie ungefähr zwischen 610 und 900 Millionen Jahren ein. Das Bild von 2026 dokumentiert die heutige Oberfläche, liefert aber keine neue Datierung. Der Fall verbindet Fernerkundung, Geländebeobachtungen und Mineralanalysen zur Untersuchung eines alten Ereignisses.