San Juan: Flussschlingen erzählen Landschaftsgeschichte
Ein von der NASA veröffentlichtes ISS-Foto zeigt eingeschnittene Mäander in Utah und die Verbindung zwischen Flüssen, Gestein und Hebung.
RockGeo-Redaktion · Veröffentlicht am
Datum des Ereignisses: 06.10.2026 · Datum der Quelle: 06.11.2026
Quellen abgerufen am 06.11.2026, 15:15 GMT

NASA / ISS Crew Earth Observations Facility / Earth Science and Remote Sensing Unit, Johnson Space Center · NASA media usage guidelines — editorial use
NASA Earth Observatory veröffentlichte am 6. November 2026 ein Foto der eingeschnittenen Mäander des San Juan im Süden Utahs, Vereinigte Staaten. Lindsey Doermanns Beitrag begleitet eine Aufnahme der Internationalen Raumstation vom 6. Oktober und unterscheidet damit Aufnahme- und Veröffentlichungsdatum.
Im Goosenecks State Park ist der Canyon etwa 300 m tief. In einem von der NASA beschriebenen Abschnitt legt der Fluss 8,9 km zwischen Punkten zurück, die in der Luftlinie nur 2,1 km auseinanderliegen. Das verdeutlicht, wie stark die Schleifen den Flusslauf verlängern.
Die geologische Erklärung umfasst zwei Phasen. Laut Marshall Robinson vom Utah Geological Survey mäandrierte ein früherer Fluss über relativ ebenes Gelände. Die Gesteine entstanden in einem Meeresraum mit wiederholten Meeresspiegelschwankungen, bevor sich das Meer zurückzog. Das geringe Gefälle begünstigte einen gewundenen Verlauf.
Die Wände erschließen die Formationen Paradox und Honaker Trail mit mehr als 300 Millionen Jahre alten Gesteinen. Kalkstein, Schluffstein, Sandstein und Tonschiefer bilden die Felswände und Hänge. Ihr Alter entspricht nicht dem Canyonalter: Die Gesteine waren schon vorhanden, als der Fluss sein Bett vertiefte.
Die spätere Hebung des Colorado-Plateaus erhöhte die Quellgebiete und verstärkte Gefälle, Fließgeschwindigkeit und Tiefenerosion. Der Fluss behielt seine Schleifen beim Einschneiden bei. Der geologische Dienst ordnet diese Phase ungefähr vor 15–20 Millionen Jahren ein und betont, dass ihre zeitliche Einordnung weiterhin diskutiert wird.
Das Foto ISS075-E-188830 entstand mit einer Nikon Z9 bei 400 mm Brennweite. Der Blick aus dem Orbit dokumentiert die Geometrie des Flussbetts und benachbarter Täler; die historische Deutung beruht auf dem geologischen Kontext der Quellen. Ein einzelnes Bild liefert keine aktuelle Erosionsrate.