Kīlauea bildet kleinen Lavastrom; Gipfel bleibt unter Druck
Der USGS-Bericht vom 11. Oktober beschreibt einen durch eine Lavaröhre gespeisten Strom am Nordschlot. WATCH/ORANGE gilt weiterhin; die nächste Lavafontänenphase ist nicht verlässlich vorhersagbar.
RockGeo-Redaktion · Veröffentlicht am
Datum des Ereignisses: 11.10.2026 · Datum der Quelle: 11.10.2026
Quellen abgerufen am 11.10.2026, 20:03 GMT

USGS / Hawaiian Volcano Observatory — V3cam · Public Domain
Das Hawaiian Volcano Observatory des USGS meldete am 11. Oktober 2026 um 19:42 GMT, dass Kīlaueas Nordschlot einen kleinen Pāhoehoe-Lavastrom durch eine Röhre speiste. Die kontinuierliche Aktivität begann gegen 09:15 GMT nach zeitweiligem Auswurf von Lavafragmenten.
Der Strom floss einige Hundert Meter den Hang des Schlotaufbaus hinab und war bei der morgendlichen Beobachtung auf Hawaii weiterhin aktiv. In den vorangegangenen 24 Stunden lokalisierte das Observatorium 26 flache Erdbeben am Gipfel. Der Neigungsmesser von Uēkahuna registrierte eine Zunahme um 0,3 Mikroradian.
Die Interpretation verbindet Kamerabilder, Erdbeben und Bodenverformung. Laut HVO zeigt der Überlauf, dass die Oberkante der Magmasäule im Nordschlot an der Oberfläche liegt. In der östlichen und südwestlichen Riftzone waren Seismizität und Verformung gering.
Unregelmäßige Verformungsmuster seit Episode 54 am 25. August verhindern die Modellierung des Zeitpunkts der nächsten Lavafontänenphase. Weitere Fontänen, eine Intrusion unter der Caldera oder passiver Austritt entlang von Rissen sind möglich. Der Bericht legt nicht fest, welche Entwicklung eintreten wird.
Die Warnstufe bleibt WATCH, der Luftfahrt-Farbcode ORANGE. Das USGS-System unterscheidet Bedingungen für Menschen am Boden von Gefahren durch Asche in der Luft. WATCH kann erhöhte Unruhe mit Eruptionspotenzial und ungewissem Zeitpunkt oder eine laufende Eruption mit begrenzten Gefahren beschreiben; es ist kein Countdown.
Das offizielle Bild zu diesem Artikel wurde von V3cam am 8. Oktober vor dem neuen Strom aufgenommen. Es zeigt Glühen und Flammen an den Schloten; der USGS betrachtet Wasserstoffverbrennung als Erklärung dieser Flammen. Die Aufnahme liefert Kontext, belegt aber nicht die Entwicklung vom 11. Oktober.