Satellit zeigt Rauch im Amazonasgebiet; manche Brände bleiben unerkannt
Ein MODIS-Bild vom 12. Oktober zeigt Rauch über Amazonien. Ein Bericht vom 15. Oktober verknüpft die Aktivität mit Dürre und erläutert Beobachtungslücken.
RockGeo-Redaktion · Veröffentlicht am
Datum des Ereignisses: 12.10.2026 · Datum der Quelle: 15.10.2026
Quellen abgerufen am 15.10.2026, 15:08 GMT

NASA Earth Observatory / Lauren Dauphin; MODIS: NASA EOSDIS LANCE / GIBS / Worldview · NASA editorial media usage guidelines
Eine Aufnahme von MODIS an Bord von Aqua zeigt Rauch über Amazonien am 12. Oktober 2026. Adam Voilands am 15. Oktober veröffentlichter Bericht im NASA Earth Observatory beschreibt seit September zunehmende Brände und Emissionen im mittleren und östlichen Becken, darunter bei Manaus und Santarém in Brasilien.
Die Analyse verbindet die Dürre mit El Niño und einer Abfolge tropischer Brände: zunächst in Indonesien, danach in diesem Teil Amazoniens. Forscher Douglas Morton hält eine Ausweitung nach Norden im November und Dezember für möglich. Das ist eine Erwartung, keine Bestätigung neuer Brände an diesen Orten.
Auf Grundlage von Satellitenbeobachtungen schätzt Shane Coffield die Zahl unkontrollierter Brände bei Santarém auf 50 bis 70. Eine Suche nach zusätzlichen Signalen in VIIRS-Daten identifizierte dort etwa 40 % mehr mögliche Brände als die FIRMS-Zählungen aktiver Feuer. Rauch, Wolken und Baumkronen können das Infrarotsignal verdecken, besonders bei schwächeren Bodenfeuern unter dem Kronendach.
Bei der Kartenauswertung muss zwischen Wärmeerkennung und tatsächlicher Brandgröße unterschieden werden. Laut technischer FIRMS-Dokumentation bezeichnet ein MODIS-Punkt das Zentrum eines ungefähr 1 km großen Pixels mit einer oder mehreren Wärmequellen. Die Koordinate liegt nicht zwingend am Feuer und bedeutet nicht, dass das gesamte Pixel brennt.
Die Pixelgröße variiert außerdem mit der Position im Beobachtungsstreifen. Blickwinkel, Wolken, Rauch und Oberflächeneigenschaften beeinflussen die Erkennung. FIRMS rät davon ab, die verbrannte Fläche unmittelbar aus aktiven Feuerdetektionen zu berechnen. Diese Grenzen verhindern, dass Punktzahlen als Flächenausmaß oder vollständiges Brandinventar dargestellt werden.